Zentrallager. Alle Ware kommt an einen Standort, alles geht von dort raus. Einfach in der Steuerung, übersichtlich im Bestand. Aber: Jeder Kunde in Deutschland wird von diesem einen Punkt aus beliefert. Je weiter der Empfänger entfernt ist, desto teurer und länger wird die letzte Meile.
Mehrere Standorte. Die Ware wird auf regionale Lager verteilt, die Zustellung erfolgt aus der Nähe des Empfängers. Kürzere Wege, niedrigere Zustellkosten, schnellere Lieferzeiten. Aber: Mehr Komplexität, mehr Bestandssteuerung, mehr Koordination. Das lohnt sich erst ab einem gewissen Volumen — und es braucht Partner, die diese Standorte betreiben können.
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt das Beispiel aus dem Supply-Chain-Beitrag: Ein schwedischer Onlinehändler liefert in der Nebensaison alles über ein Zentrallager. Sobald das Volumen steigt und die LKWs zu regionalen Hubs voll werden, lohnt sich die Aufteilung — mehr Strecke auf einem normalen LKW, weniger teure letzte Meile mit Stapler. Das Modell wechselt mit dem Bedarf — weil die Struktur von Anfang an flexibel angelegt ist.
Und manchmal ist der richtige Schritt auch einfach ein Lager dort, wo der Kunde sitzt. Wenn Sie einen großen Abnehmer in einem bestimmten Land haben und Ihre Ware ohnehin per Container aus Übersee kommt — warum den Umweg über Ihr Hauptlager nehmen? Lassen Sie den Container direkt ins Zielland liefern und nutzen Sie dort ein Lager, das die Verteilung übernimmt.
Direktlieferung ab Werk. Die Ware geht direkt vom Hersteller oder Lieferanten an den Endkunden. Kein Zwischenlager, kein Umschlag. Das spart Handling und Lagerkosten — ist aber nur möglich, wenn die Lieferkette das hergibt und die Ware nicht erst konfektioniert oder kommissioniert werden muss.