Es gibt im Seerecht eine Regelung, die viele meiner Auftraggeber erst dann kennenlernen, wenn es zu spät ist: die Havarie-Grosse.
Das Prinzip: Wenn ein Schiff in eine Notsituation gerät — zum Beispiel auf Grund läuft, in Brand gerät oder Ladung über Bord geworfen werden muss, um das Schiff zu retten — dann werden die Kosten dieser Rettungsmaßnahmen auf alle Beteiligten aufgeteilt. Anteilig nach dem Wert ihrer Ladung.
WichtigSelbst wenn Ihre Ware völlig unbeschädigt ankommt, können Sie zur Kasse gebeten werden. Solange Sie Ihren Anteil nicht bezahlt oder eine Sicherheit hinterlegt haben, wird Ihre Ware nicht freigegeben. Die Gesamtkosten einer Havarie-Grosse können schnell im Bereich von 50 bis 100 Millionen Euro liegen.
Ohne Transportversicherung müssen Sie diesen Betrag als Barkaution, Bankgarantie oder Überweisung hinterlegen — bevor Sie Ihre Ware bekommen. Haben Sie eine Transportversicherung, übernimmt der Versicherer diese Kosten und kümmert sich um die gesamte Abwicklung mit dem Havariekommissar.
Ein weiterer Punkt, den viele unterschätzen: Wenn ein Hafen bestreikt wird und Ihre Container dort feststecken, laufen die Lagerkosten weiter — Tag für Tag. Allein diese Risiken machen den Abschluss einer Transportversicherung bei Seefracht aus meiner Sicht unverzichtbar.