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Für Versender

Transportversicherung — die einzige Möglichkeit, Ihre Ware wirklich abzusichern

Lesezeit ca. 3 Minuten

Wie die gesetzlichen Haftungsgrenzen aussehen, habe ich im Beitrag Haftung im Transport — ADSp & CMR beschrieben. Die Kurzfassung: Im Schadensfall ersetze ich als Spediteur nicht den vollen Warenwert, sondern maximal rund 10 Euro pro Kilogramm. Bei Seefracht sogar nur 2,50 Euro. Die Differenz tragen Sie — es sei denn, Sie haben eine Transportversicherung.

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Die Differenz tragen Sie. Es sei denn, Sie haben eine Transportversicherung.

Was eine Transportversicherung abdeckt

Eine Transportversicherung deckt den tatsächlichen Warenwert Ihrer Sendung ab — unabhängig davon, wer den Schaden verursacht hat und wie hoch die gesetzliche Haftung des Frachtführers ist.

Was eine Transportversicherung typischerweise abdeckt: Verlust und Beschädigung der Ware während des gesamten Transports, Schäden durch Naturereignisse, Unfälle, Brand, Diebstahl, Schäden beim Be- und Entladen sowie Havarie-Grosse-Kosten bei Seefracht.

Die Kosten sind überschaubar. Die Kosten ohne sie können es nicht sein.

Wie Sie eine Transportversicherung abschließen

Für den Abschluss gibt es zwei Wege: Sie können die Transportversicherung über mich für den einzelnen Transport abschließen lassen. Das ist unkompliziert und bietet sich an, wenn Sie nur gelegentlich transportieren lassen.

Alternativ können Sie mit Ihrem eigenen Versicherer eine sogenannte Universaltransportversicherung vereinbaren. Die deckt dann alle Ihre Transporte pauschal ab — ohne dass Sie für jede einzelne Sendung separat eine Versicherung beauftragen müssen.

Seerecht

Havarie-Grosse — das Risiko, von dem die meisten noch nie gehört haben

Es gibt im Seerecht eine Regelung, die viele meiner Auftraggeber erst dann kennenlernen, wenn es zu spät ist: die Havarie-Grosse.

Das Prinzip: Wenn ein Schiff in eine Notsituation gerät — zum Beispiel auf Grund läuft, in Brand gerät oder Ladung über Bord geworfen werden muss, um das Schiff zu retten — dann werden die Kosten dieser Rettungsmaßnahmen auf alle Beteiligten aufgeteilt. Anteilig nach dem Wert ihrer Ladung.

WichtigSelbst wenn Ihre Ware völlig unbeschädigt ankommt, können Sie zur Kasse gebeten werden. Solange Sie Ihren Anteil nicht bezahlt oder eine Sicherheit hinterlegt haben, wird Ihre Ware nicht freigegeben. Die Gesamtkosten einer Havarie-Grosse können schnell im Bereich von 50 bis 100 Millionen Euro liegen.

Ohne Transportversicherung müssen Sie diesen Betrag als Barkaution, Bankgarantie oder Überweisung hinterlegen — bevor Sie Ihre Ware bekommen. Haben Sie eine Transportversicherung, übernimmt der Versicherer diese Kosten und kümmert sich um die gesamte Abwicklung mit dem Havariekommissar.

Ein weiterer Punkt, den viele unterschätzen: Wenn ein Hafen bestreikt wird und Ihre Container dort feststecken, laufen die Lagerkosten weiter — Tag für Tag. Allein diese Risiken machen den Abschluss einer Transportversicherung bei Seefracht aus meiner Sicht unverzichtbar.

Wer muss sich darum kümmern?

Die Frage, wer die Transportversicherung abschließt, hängt davon ab, was zwischen Ihnen und Ihrem Geschäftspartner vereinbart ist — oft geregelt über Incoterms. Je nach Lieferbedingung liegt das Risiko beim Absender oder beim Empfänger.

Unabhängig davon gilt: Klären Sie vor dem Transport, ob und wie Ihre Ware versichert ist. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass ich als Spediteur „schon für alles hafte". Tue ich nicht. Das Gesetz sieht das nicht vor, die ADSp sehen das nicht vor, und die internationalen Abkommen schon gar nicht.

Machen Sie sich vor dem Transport Gedanken über Versicherung. Nicht erst, wenn etwas passiert ist.
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