Für jeden Export brauchen Sie eine Warentarifnummer für Ihre Ware. Das ist eine mehrstellige Ziffernfolge, die Ihre Ware zolltechnisch klassifiziert. An dieser Nummer hängt alles Weitere: der Zollsatz im Zielland, eventuelle Einfuhrbeschränkungen und die Frage, ob Freihandelsabkommen greifen, die den Zollsatz reduzieren.
Je nach Zielland und Warenart kommen weitere Dokumente dazu: Ursprungszeugnisse, Langzeitlieferantenerklärungen, Konformitätsbescheinigungen. Jedes Land hat eigene Anforderungen — und die herauszufinden ist Ihre Aufgabe als Verkäufer, nicht die des Empfängers.
Ich kenne einen Fall, in dem ein Container nach Ägypten ging. Erst nach der Verschiffung stellte der Kunde fest, dass der ägyptische Zoll verlangt, sämtliche Dokumente über eine Blockchain-Plattform hochzuladen — und dass man sich dafür Credits kaufen muss. Allein das waren über 300 Euro, die niemand kalkuliert hatte. Kein großes Drama, aber genau die Art von Überraschung, die man vermeiden kann, wenn man sich vorher informiert.
Ein anderes Beispiel: Wer Schnittholz in die Schweiz exportiert, braucht eine zweiseitige Bescheinigung vom Hersteller oder Sägewerk — wo das Holz geschlagen wurde, ob es aus nachhaltigem Waldbau stammt, und so weiter. Das steht in keiner Preisliste und in keinem Standardformular.